Bevor
ich mit den Ereignissen aus ferner Vergangenheit anfange, möchte ich
mich entschuldigen, dass ich mir so viel Zeit gelassen habe diesen
Text zu verfassen. Leider stand London die letzten zwei Monate unter
extraterrestrischer Kontrolle. Alle elektrischen Geräte wurden
konfisziert und … ja ich rede Unsinn. Ok neuer Versuch: ich habe
viel gearbeitet und am Abend fehlte mir einfach die Motivation. I'm
so sorry!
Genug
der Ausreden. Los geht’s.
'But
I know somebody in Portree ('Hauptstadt' von der Isle of Skye)
who also offers tours around the country. I'm going to call her.'
Ohne
dass wir noch etwas sagen konnten hatte der Mann hinter dem
Schreibtisch schon zum Telefon gegriffen und die Nummer gewählt.
Nach einem kurzen Gespräch war eine bezahlbare Privattour für uns
organisiert. Uns wurde erklärt welchen Bus wir nehmen müssen (um
11.40 Uhr) und wo wir aussteigen müssen. Damit uns unser Torführerin
auch erkennt sollten wir den neon gelben Regenschutz auf unseren
Rucksäcken lassen. Wir bedankten uns bei unseren Rettern und begaben
uns zur Bushaltestelle um auf den Bus zu warten. Doch leider kam
genau zu dieser Uhrzeit nichts. Davor kamen zwei Busse, danach keine
mehr... Also bin ich zurück gelaufen um nachzufragen ob wir was
falsch verstanden haben oder der Bus einfach nicht kommt. Es stellte
sich heraus, dass der Taxifahrer noch den falschen Busfahrplan hatte
und wir einen von den zwei davor hätten nehmen sollen. Da er sich
verantwortlich fühlte war er kurz davor uns selbst zu fahren, aber
da bald ein weiterer Bus kommen sollte rief er einfach nur unsere
Reiseführerin an um ihr zu erzählen, dass wir etwas später kommen.
Der
nächste Bus kam dann um 12.06 Uhr und brachte uns nach Portree, wo
eine Frau auf uns wartete. Sie brachte uns zu ihrem Auto und unsere
Tour ging los. Durch den Norden der Insel. Wir kamen durch einen Ort,
oder wohl eher einen Punkt mit ein paar Häusern, namens Uig, an der
Küste entlang, zu einem Wasserfall und erlebten alle vier
Jahreszeiten gleichzeitig. Das Wetter faszinierend. Es war
unglaublich windig, es hat für einen kurzen Zeitpunkt gescheit, es
hat teilweise geregnet, die Sonne hat geschienen...
Nachdem
unsere Tour über diese wunderschöne Insel beendet war stiegen wir
in den nächsten Bus ein um zu einem kleinen Ort zu kommen der direkt
an der Verbindungsbrücke zwischen Schottland und der 'Isle of Skye'
liegt, Kyleakin, denn dort gibt es Hostels. Genau zwei. Bei dieser
großen Auswahl entschieden wir uns für das, das nicht mit alten
Männern gefüllt war die uns durch die Glasscheiben anstarrten. Dort
erwartete uns ein Zettel, dass Rezeption gerade geschlossen habe,
aber dass es kein Problem wäre im Essensraum zu warten und auch das
Internet zu verwenden. Beim Warten kam S. die Idee, dass wir ja auch
schauen könnten ob es nicht einen Nachtzug nach Nottingham gibt. Es
gab tatsächlichen einen doch dazu mussten wir den Zug in 20 Minuten
am Bahnhof in Kyle of Lochalsh nehmen um nach Inverness zu fahren und
dort in den Nachtzug umzusteigen, das war nämlich der letzte für
den Tag. Da kein Bus mehr fuhr kamen wir auf die geniale Idee uns ein
Taxi zu rufen. Ich hatte noch die Visitenkarte in meiner Tasche und
wählte gleich die Nummer. Wir erklärten unsere Situation und der
Taxifahrer (der Typ, der hinterm Schreibtisch saß) machte sich
sofort auf den Weg. Um bereit zu sein, schnappten wir uns unsere
Rucksäcke und stellten uns vors Hostel. Auf unseren Rucksäcken war
immer der Regenschutz drauf, sodass der Taxifahrer schon von weitem
erkannt hat und anfing zu grinsen. In der Eile sprangen wir in das
Taxi und er raste direkt weiter.
'I've
never seen anyone traveling as fast as you. Are you japanese?
Japanese travle quiet fast. No? Maybe blood relatet? No?'
'When
does your train go? In 10 minutes? That's soon. You could still catch
if I don't get stopped for driving over the limit.'
'RUN!!!'
Dann
stellte sich heraus, dass der Zug noch 10 Minuten stand und wir uns
relativ umsonst so sehr beeilt hatten. Aber was solls, wenigstens
saßen drin. Nun stellte sich das Problem, dass man im Nachtzug einen
Platz reserviert haben muss. Schwierig, da wir bereits in einem Zug
saßen. Also haben wir den Schaffner gefragt, was wir jetzt am besten
machen sollen. Er hat uns dann ein Zettel gebracht auf dem eine
Servicenummer stand, die wir dann natürlich angerufen haben.
'If you
would like to purchase tickets press 1. If you need information about
traintimes or have other questions press 2...'
I
pressed 2.
'Please
visit our website …'
Yeah,
that's helpful I'm in a train without internet access. Call again.
'If you
would like to purchase tickets press 1...'
I
pressed 1.
Ich
hatte dann ein unfassbar langes Telefongespräch mit einer
Mitarbeiterin die mir immer wieder mitteilte, dass der Zug in Kyle of
Lochalsh (der in dem wir saßen) schon losgefahren sei und wir ihn
nicht mehr erreichen können. Nachdem ich ihr dann zum vierten Mal
erklärt hatte, dass wir bereits in diesem Zug sitzen hat sie es dann
auch verstanden. Wir haben es dann auch noch geschafft kostenfreie
Schlafsitze im Nachtzug zu reservieren und dann stellte sie mir
dauernd die Frage
'Do you
have a pain?'
Ja, ich
hatte Schmerzen im Rücken, aber wusste nicht was das mit der
Reservierung zu tun hatte. Also habe ich so getan als wäre die
Verbindung ganz schlecht und immer wieder gefragt was sie von mir
will. Irgendwann hab ich dann verstanden:
'Do you have a brain?'
'Do you have a brain?'
'Sorry!'
'Do you
have a pen?'
Blöder
schottischer Akzent. Ich meine ja er ist schön, aber das waren
sinnfrei verschwendete Minuten. Letztendlich haben wir es dann auch
geschafft die Reservierungsnummer aufzuschreiben. Finally. Bald saßen
wir dann auch im Nachtzug auf unseren Sitzen und machten es uns
bequem für eine schlaflose Nacht.
What a
day!
♥ There is something about Islands.
AntwortenLöschen